Es gibt keinen Zuspieler!

Vom ambitionierten Hobbyspieler bis zum Leistungssportler gilt: wer sich schnell verbessern möchte, muss seine Trainingszeit ideal nutzen! Bei Übungen steckt ihr etwa zu 50% in der Rolle des „Zuspielers“ und für die meisten Spieler ist das eher verlorene Zeit. Stellt euch nun vor, ihr könntet diese Zeit effektiv für euch nutzen, um an eurem Spiel zu arbeiten. Eure Trainingszeit würde sich auf einen Schlag verdoppeln!

 

Ein Beispiel: Ihr wollt an eurer Schlagsicherheit arbeiten, seid zu dritt und plant eine 90 Minuten Einheit mit verschiedensten 2 gegen 1 Übungen. Geht man davon aus, dass ihr am Ende mit Pausen auf 60 Minuten reiner Übungszeit kommt, bleiben euch 20 Minuten alleine auf der Seite als „Übender“. Doch warum nicht jede der drei Positionen zum Üben nutzen und aus den 20 Minuten gleich die dreifache Trainingszeit machen?

 

Nehmen wir die Beispielübung Neutralisieren: Diese Übung verleitet die „Zuspieler“ besonders dazu, einfach nur am Netz zu stehen, den Kopf abzuschalten und die Zeit abzuwarten, bis man wieder alleine an der Reihe ist. Doch auch solche Situationen könnt ihr nutzen, um besser zu werden! Geht beispielsweise immer einen Schritt zurück in Richtung Mitte und arbeitet bei jedem Ball, der zu euch kommt, an einem explosiven Start nach vorne, oder fasst einen bestimmten Schlag ins Auge, an dem ihr arbeiten wollt.

 

Ihr seht vielleicht, wo hier die Schwierigkeit liegt und warum die meisten Spieler ihre Zuspielzeit komplett verschwenden: Ihr müsst euch im Normalfall selbst überlegen, woran ihr arbeiten solltet, unabhängig von der Übung, die ihr aktuell macht. Überlegt euch am besten schon bei eurem Warm Up, worin ihr heute besser werden wollt, wenn ihr in der „Zuspieler-Rolle“ seid, und denkt vor jeder Übung kurz nach, wie ihr dieses Trainingsziel integrieren könnt. Ihr werdet überrascht sein, wie viel ihr aus der sonst verlorenen Zeit machen könnt!

 

Natürlich darf die Qualität für den „Übenden“ niemals unter eurem Trainingsziel leiden. So solltet ihr vielleicht nicht unbedingt eine neue, verrückte Finte ausprobieren, die nur jedes zehnte Mal funktioniert und die ganze Übung für alle Beteiligten kaputt macht. Im Normalfall steigt die Qualität der Übungen allerdings mit einer Fokussierung der „Zuspieler“ und bringt eine „win-win-Situation“ für alle Spieler mit sich!

 

Tobias Wadenka

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