Techniktraining aber richtig: So klappt der neue Schlag auch im Wettkampf

Bild: Bernd Bauer
Bild: Bernd Bauer

Wie sieht Techniktraining aus? In vielen Hallen läuft es mit Sicherheit wie folgt ab: ein Zuspieler steht mit einer Ballschlange auf einer Feldseite und wirft oder spielt euch jeden Ball auf die selbe Stelle zu, damit ihr die gewünschte Bewegung möglichst oft üben könnt. Am Ende habt ihr sie einige hundert Mal wiederholt und der Schlag oder Laufweg funktioniert vermutlich schon ein bisschen besser als zu Beginn. Perfekt denkt ihr euch, das nächste Turnier oder Punktspiel kann kommen, doch im Wettkampf funktioniert die neue Technik überhaupt nicht mehr. Doch warum?

 

Wenn ihr dem Gegner genau gesagt hättet, von wo er den Ball wohin spielen muss und ihr schon bequem in der richtigen Ecke steht, wäre es vermutlich gar kein Problem gewesen. Aber hier seht ihr direkt das Problem. Im Spiel sieht jede Situation anders aus, abhängig von dem Ball, den ihr davor gespielt habt, wie hoch oder flach der Ball des Gegners kommt, die Bedingungen in der Halle und vieles mehr. Zudem wisst ihr natürlich nicht auch schon vorher, was euer Gegner machen wird. Wäre es daher nicht also auch sinnvoller, Techniken möglichst spielnah einzuüben?

 

Seht eine Technik nicht unbedingt als eine einzelne Bewegung, die ihr anhand einer Zielform möglichst genau einstudieren müsst. Natürlich gibt es bei Schlägen und Laufwegen gewisse Bewegungsmuster, die angestrebt werden und auf jeden Fall auf Zuwurf oder Zuspiel ausprobiert und geübt werden können und sollten. Ich sehe eine „gute Technik“ aber vielmehr als ein Werkzeug, das euch hilft, bestimmte Bewegungsaufgaben unter verschiedensten Bedingungen zu lösen, und genau das ist es, was ihr im Spiel machen müsst.

 

Überlegt euch daher beim Techniktraining immer, wie ihr eure Bewegung möglichst spielnah unter wechselnden Bedingungen trainieren könnt. So kann auch eine normale Schlagübung zum Techniktraining werden. Wollt ihr beispielsweise an eurem Crossdrop aus der Vorhand arbeiten und befindet euch in einer 2 gegen 1 Übung, sagt euren Zuspielern, sie sollen euch besonders oft die Möglichkeit dazu geben, indem sie diese Ecke öfter anspielen. Sofort habt ihr ständig neue Situationen, die dem Wettkampf sehr ähnlich sind und unter denen ihr die Technik anwenden müsst.

 

Aus diesem Grund findet ihr auch auf unserer Seite ganz viele Übungen mit fliegendem Ball, also Schlagübungen ohne Zuwurf oder Ballschlangen, die relativ offen sind oder sich leicht offen gestalten lassen. Dadurch trainiert ihr gleichzeitig an fast allen Bereichen eures Spiels und nicht nur isoliert an einem Aspekt wie Technik oder Ausdauer.

 

Selbstverständlich benötigt es Zeit um eine Technik zu erlernen, zu verbessern und sie letztendlich im Wettkampf anwenden zu können. Vor allem zu Beginn kann das Lernen von Neuem erst einmal ein Leistungstief mit sich bringen. Daher empfiehlt es sich vor allem im Sommer an neuen Techniken zu arbeiten, da hier für gewöhnlich weniger Wettkämpfe stattfinden.

 

Dieses spielnahe Training sollte aber nicht nur im Technikbereich euer Ziel sein. Auch im Krafttraining oder wenn ihr auf die Ausdauer abzielt, solltet ihr euch überlegen, wir ihr möglichst badmintonspezifisch und mit Bezug zum echten Spiel arbeiten könnt. (Mehr zum Thema spielnahes Ausdauertraining findet ihr in unserem Ausdauerwebinar im Premiumbereich)

 

Tobias Wadenka

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