Der steinige Weg an die Spitze: So hart trainiert die Nachwuchselite

Schulferien in ganz Deutschland, doch das ist natürlich kein Grund die Beine hochzulegen, schon gar nicht für aufstrebende Nachwuchstalente, die einmal in die Fußstapfen der großen Badmintonstars treten wollen. Auf der Jagd nach den großen Träumen ist gerade im Sommer, wenn viele gleichaltrige im Urlaub am Strand liegen, harte Arbeit gefragt, um sich für eine lange Saison vorzubereiten. Genau aus diesem Grund treffen sich daher alljährlich die besten Jugendspieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Nationencamp im Schweizer Brig. Doch wie hart trainiert der Nachwuchs? Wir waren in diesem Jahr als Trainer für Deutschland dabei und können auf eine tolle Woche zurückblicken.

 

Mit 23 Jugendspielern im Alter von 14  bis 17  ging es am Freitag los und auch für die neun deutschen Nachwuchsasse standen sieben anstrengende Tage auf dem Programm. In traumhafter Kulisse inmitten der schweizer Alpen im Wellnesshotel Olympica könnte doch leicht Urlaubsstimmung aufkommen, doch von Beginn an wurde klar, dass es hier nicht um Erholung gehen würde.

Nach kurzer Begrüßung gab es direkt noch am ersten Tag zwei Trainingseinheiten mit der gesamten Gruppe. Footwork, Racketspeed, Stabitraining und Matches - nicht gerade unanstrengend, doch es sollte nur der Auftakt für eine Woche sein, die es wirklich in sich hat.

 

Knapp zwei Stunden Individualtraining  standen jeden Morgen auf dem Programm. Ein bis zwei Spieler pro Trainer arbeiteten Tag für Tag intensiv an indivduellen Themen mit einem der sieben Coaches. Bei den Schweizer Trainern war mit Michael Fuchs auch ein sehr bekanntes Gesicht und ein guter Freund mit dabei.

Nachmittags und Abends folgten dann täglich zwei weitere Einheiten, doch nicht nur auf dem Feld wurde es richtig intensiv. Allen voran die gefürchteten Bergsprints am Montag, die seit vielen Jahren fester Bestandteil im Wochenprogramm sind, brachten die Spieler an ihre Grenzen. Sechs mal vierzig Sekunden, extrem steil begauf, mit dem Ziel weiter zu kommen als alle Anderen und das bei 30 Grad. So mancher Spieler ließ sich da das Mittagessen noch einmal durch den Kopf gehen. Nach dieser extremen Belastung gab es am Dienstag nach der morgendlichen Individualeinheit den restlichen Tag frei, um noch einmal Kraft zu tanken für die letzten drei Tage.

 

 

Neben weiteren Halleneinheiten ging es Mittwoch dann noch in den Sand für Footwork unter erschwerten Bedingungen. Im Anschluss ging es beim 70 minütigen Spinning noch einmal darum, das Letzte aus sich herauszuholen. Spätestens jetzt wurden auch die Beine der fittesten Spieler müde und nach Matches am Abend und einem etwas verkürztem Trainigstag am Donnerstag war die Freude über einen letzten gemütlichen, gemeinsamen Abend groß.

 

Hier noch einmal der gesamte vollgepackte Wochenplan in der Übersicht:

Es war eine tolle Woche und hat extrem viel Spaß gemacht, mit so vielen motivierten und talentierten Spielern zu arbeiten.

Letztlich bleibt festzuhalten, dass diese Woche den Spielern vor Augen geführt hat, welches Trainingspensum zur Erreichung des Zieles Weltspitze erforderlich ist. Den Spielern wurde aber auch klar, dass sie diesen Weg zusammen mit ambitionierten Trainern gehen können, auf deren Kompetenz und Know How sie sich verlassen können.