Raphael Beck beendet Karriere in der Nationalmannschaft

Mit gerade einmal 25 Jahren beendet Raphael Beck überraschend seine internationale Karriere. "Ich habe mich dazu entschlossen meine Karriere in der Badminton Nationalmannschaft aus privaten Gründen zum 31.12.2017 zu beenden, um mich voll und ganz auf meine nachsportliche Karriere zu konzentrieren! Meine Prioritäten haben sich verschoben und es wird Zeit für neue Ziele, neue Herausforderungen und Abenteuer!", schrieb der Doppel- und Mixedexperte gestern auf seiner Facebookseite. Wir sprachen mit dem amtierenden zweifachen deutschen Meister über die Beweggründe und seine Zukunft, seine erfolgreiche Karriere und das Geheimnis seines unglaublichen Smashs.

Smashing-News: Hallo Raphi, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mit uns über deinen überraschenden Rücktritt vom internationalen Badminton zu sprechen. Ich denke damit hatte wohl kaum jemand gerechnet angesichts deines erfolgreichen letzten Jahres und der Tatsache, dass du gerade einmal 25 jahre jung bist. Was waren die Gründe für diesen großen Schritt?

 

Raphael Beck: Der Grund ist eigentlich ganz einfach. In der letzten Zeit habe ich gemerkt, wie sich meine Priortäten in meinem Leben immer mehr verschoben haben. Es sind einfach andere Dinge die mich erfüllen und ich möchte mich einfach jetzt schon mehr auf mein Leben nach dem Sport konzentrieren. Natürlich gibt es noch ein paar andere kleinere Gründe, wie beispielsweise einige Verletzungen aus der letzten Zeit, die sicher auch etwas mit rein gespielt haben. Aber der hauptsächliche Grund ist tatsächlich, dass der Sport bei mir nicht mehr an erster Stelle steht und mich nicht mehr so glücklich macht wie früher.

 

S-N: Seit wann steht deine Entscheidung und seit wann wussten deine Trainer und Partner bescheid.

 

RB: Die endgültige Entscheidung habe ich erst letzte Woche getroffen und meine Partner und die Trainier direkt informiert. Gestern habe ich es dann auch meinen Fans und Freunden öffentlich mitgeteilt.

 

S-N: Es ist ja sehr ungewöhnlich schon so jung die internationale Karriere zu beenden. Wie wurde deine Entscheidung aufgenommen?

 

RB: Die Trainer waren natürlich schon enttäuscht und hätte mich gerne weiter im Team gehabt, aber haben es inzwischen akzeptiert. Ich bin mir mit meiner Entscheidung sicher und mein Umfeld hat auch sehr viel Verständnis dafür, auch wenn es sicher ungewöhnlich ist so früh aufzuhören.

 

S-N: Wie geht es dann jetzt weiter für dich und was sind die Pläne für die Zeit nach dem Leistungssport.

 

RB: Langfristig möchte ich eine Ausbildung oder ein Studium zur Physiotherapie machen um dann auch in diesem Bereich zu arbeiten.  Jetzt möchte ich aber erst einmal mein Leben genießen, viel reisen und Zeit für mich haben. Das ist in den vergangenen Jahren viel zu kurz gekommen und ich freue mich erstmal auf eine Auszeit.

 

S-N: Und sportlich? Gibt es für Fans noch Chancen dich auf dem Feld zu sehen?

 

RB: Ja natürlich! Ich werde die aktuelle Saison noch weiter spielen und auch in Zukunft in der Bundesliga aufschlagen! Die Leidenschaft für den Sport ist ja nach wie vor da und ich bleibe dem Badminton auf jeden Fall erhalten.

 

S-N: Und wie sieht es mit den deutschen Meiserschaften im Februar aus? Hier bist du ja gleich zweifacher amtierender Meister - geht es dann nochmal an die Titelverteidigung?

 

RB: Dazu sage ich eigentlich nur "Aufhören wenn es am schönsten ist" (lacht). Ich habe die Seidenstickerhalle mit zwei Titel verlassen, das kann ich nicht toppen. Von daher bin ich so zufrieden, dass ich das auch mit einem guten Gewissen abschließen kann und nicht mehr an den Start gehen werde.

 

S-N: Einige Gegner werden froh sein, es in Zukunft nicht mehr mit deinem Smash zu tun zu bekommen, du warst auf dem Feld ja vor allem für deinen unglaublichen Angriff bekannt. Stimmt es dass du bei Geschwindigkeitsmessungen in Saarbrücken sämtliche Rekorde gebrochen hast?

 

RB: Wir haben vor vielen Jahren einmal Messungen durchgeführt, da war ich noch relativ frisch am Stützpunkt aber ja, ich glaube ich hatte mit 381km/h den Bestwert. Wenn ich was kann, dann ist es definitiv schmettern (lacht).

 

S-N: Hast du hier vielleicht ein paar Tips für unsere Leser? Irgend ein besonderes Trainingsgeheimnis?

 

RB: Also einen wirklichen Tipp habe ich eigentlich nicht. Ich bin eher so ein "haudrauf-Typ" und konnte schon immer ziemlich hart angreifen. Ich habe auch früher sehr viel Liegestütz gemacht, vielleicht hatte auch das einen Einfluss (lacht). Ich kann aber definitiv sagen, dass es nicht nur um Kraft sondern viel mehr um Technik geht.

 

S-N: Obwohl du gerade einmal 25 Jahre jung bist hast du schon unglaublich viel erlebt und auch gewonnen. Was sind die Highlights wenn du jetzt auf deine Badmintonkarriere zurückblickst?

 

RB: Also der Höhepunkt waren sicher die European Games in Baku. Allein schon das Event an sich mit der Abschlussfeier war einfach ein wahnsinns Erlebnis und dann am Ende auch noch mit zwei Medaillen nach Hause zu fahren war wirklich unglaublich. Aber auch die deutschen Meistertitel werden mir sicher immer in Erinnerung bleiben.

 

 

S-N: Vielen dank Raphael. Wir wünschen dir ganz viel Erfolg für deinen mutigen Schritt und deine Zukunft!

 

RB: Danke!

 

 

Tobias Wadenka

 

Ab morgen habt ihr bei uns noch die Chance ein Original T-Shirt von Raphi zu gewinnen. Alle Infos dazu erhaltet ihr auf unserer Facebookseite!