Motivation Part 3: Intrinsische Motivation fördern

Vor einigen Jahren wurde eine große Studie durchgeführt, bei der man herausfinden wollte, ob es etwas gibt, dass Medaillengewinner bei olympischen Spielen von "bloßen Teilnehmern" unterscheidet. Überraschenderweise gab es am Ende ein Merkmal, dass nahezu alle erfolgreichen Olympioniken vom Rest abhob: intrinsische Motivation. Im letzten Teil der Reihe geht es darum, wie man genau diese Art der Motivation fördern kann.

Im Sport setzen sich am auf lange Sicht meistens die Athleten durch, die auch am meisten investiert haben. Außenstehende verbinden genau das mit einer großen Opferbereitschaft die man bringen muss, um Erfolg zu haben. Blickte man aber auf die Interviews mit den Sportlern, die durch Erfolge in der Studie herausstachen, wurde eines deutlich: sie empfanden ihren Einsatz und die viele harte Arbeit nicht als Opfer, sondern vielmehr als freiweillge Entscheidung, für eine Sache die sie liebten. Genau das, was intrinsische Motivation im Endefekt auszeichnet. Im Vergleich zu anderen Sportlern, die in sportlicher Sicht nicht weniger begabt waren, waren sie also bereit, noch einen Schritt weiterzugehen und konnten sich so am Ende von extrinsisch Motivierten absetzen.

 

Arten der Motivation
Arten der Motivation

Genau diese freiwillige Wahl für den Sport durch Leidenschaft ist das, was ich mir als Trainer bei meinen Spielern wünsche. Natürlich ist es nicht möglich, jeden soweit zu bekommen, dass er vollständig intrinsisch motiviert ist und wenn wir an die Grafik aus dem letzten Teil der Reihe (Link) denken, sind manche weiter von dieser Art der Motivation entfernt als Andere. Dennoch bin ich mir sicher, dass wir hier als Trainer erheblichen Einfluss haben und mit dem richtigen Training unsere Spieler auch weiter auf die richtige Seite der Motivation bringen können!

 

Um genau das zu schaffen, gibt es drei Faktoren welche intrinsische Motivation hervorrufen und die wir deshalb im Training ansprechen sollten: Autonomie, Verbundenheit und Kompetenzerleben.

 

Autonomie:

Schon bei den erfolgreichen Olmypioniken wurde deutlich, dass sie ihren sportlichen Weg vor allem als freiwillige Entscheidung wahrgenommen haben und daher ist es nicht verwunderlich das Autonomie und Entscheidungsfreiheit wichtige Kriterien sind. Als Trainer sollte ich die Spieler daher häufig in das Training einbinden, ihre Meinung einholen oder sie beim Trainingsprozess mit einbeziehen. Warum nicht einfach mal fragen, ob jemand eine bessere Idee für eine Übung hat, oder die Spieler selber entscheiden lassen, wie viele Durchgänge sie in der Ballmaschine machen möchten.

 

Verbundenheit:

Ein weiteres wichtiges Merkmal von intrinsisch motivierten Personen ist das Gefühl von sozialer Verbundenheit. Statt einer Trainingsgruppe mit Individualisten sollte ich als Trainer versuchen, den Teamgeist zu fördern und ein Klima von gegenseitiger Wertschätzung zu erzeugen. Das geht vor allem durch Teamspiele besonders gut, für die es unendlich viele verschiedene Möglichkeiten gibt! Ein kleines Beispiel, dass die beiden anderen Faktoren ebenfalls mit einbezieht, findet ihr unten.

 

Kompetenzerleben:

Nur wenn ich das Gefühl habe, etwas gut zu können und in irgendeiner Form kompetent zu sein, mache ich es auch gerne und freiwillig. Daher sollte das auch das Gefühl sein, dass ich meinen Spielern als Trainer geben möchte. Zum einen geht das durch Lob oder Vertrauen, welches ich einem Spieler schenke, indem er beispielsweise den Warm Up anleiten darf. Zum Anderen können auch Spiele oder Übungen, bei denen der Spieler von Anderen Trainingspartnern Wertschätzung für seine Leistung erhält, oder selbst merkt, dass er etwas besonders gut kann, dabei helfen.

 

Ideal um intrinsische Motivation zu steigern: Teamspiele
Ideal um intrinsische Motivation zu steigern: Teamspiele

Intrinsische Motivation fördern - ein Beispiel:

Zum Abschluss des Trainings mache ich gerne einen kleinen Teamwettkampf, der genau die angesprochenen drei Punkt triggern soll. Bei acht Spielern könnte das Ganze wie folgt aussehen:

Die Gruppe wird in zwei Vierermannschaften aufgeteilt, die im Anschluss vier verschiedene Wettkämpfe gegeneinander bestreiten.

  1. Einzel auf dem ganzen Feld
  2. Einzel nur am Netz
  3. Halbfeldeinzel mit der falschen Hand
  4. Liegestützduell (Wer schafft mehr Liegestützen).

Jedes Team stimmt sich nun ab, wer in welchem Wettkampf wohl am besten ist und kann dementsprechend aufstellen. Dann starten die vier Wettkämpfe und jeder Sieg bringt einen Punkt für sein Team.

 

Durch die selbstständige Entscheidung, wer welchen Wettkampf bestreiten möchte, habe ich schon einmal die Autonomie der Spieler berücksichtigt. Durch den Teamgedanken und den daraus meist automatisch entstehenden Teamzusammenhalt (z.B. anfeuern der Teamkollegen, wenn man früher fertig ist) fördere ich außerdem die Verbundenheit in der Gruppe. Zudem versuche ich die Spiele so zu wählen, dass sie sehr verschieden sind und jeder seine Stärken ausspielen kann, sich also wie ein kompetenter und wichtiger Teil des Teams fühlt. Hier muss man natürlich seine Spieler kennen und evtl. auch mal Spiele einbauen die weniger mit Badminton zu tun haben, um den spielerisch Schwächsten oder ganz jungen Spielern ebenfalls eine wichtige Rolle zu geben.

 

Es muss nicht unbedingt ein Wettkampf zwischen zwei Teams sein, sondern kann auch eine Gruppenaufgabe sein, die gemeinsam bewältigt werden muss. Wichtig ist nur: jeder Spieler hat am Ende eine individuelle Rolle die er selbstständig gewählt hat.

 

Ich hoffe ich konnte euch mit der Reihe ein paar neue Ideen zum Thema Motivation geben und freue mich über eure Anregungen, Fragen oder auch Ideen für Teamwettkämpfe in den Kommentaren.


Tobias Wadenka

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0